FDP Ortsverband Walldorf

Haushaltsrede 2002

Stellungnahme der FDP-Gemeinderatsfraktion

Umwelt und Ökologie:
Unsere Umwelt und somit auch ein „Stück unserer Heimat“ bedarf des Schutzes und der Schonung. Ökologische Aspekte sind gleichwertig mit ökonomischen Belangen zu betrachten. Eine sorgsame Abwägung ist mit Blick auf unsere Kinder und Enkel sowie aller kommenden Generationen nicht nur geboten, sondern lebensnotwendig. Bei Fragen der Wachstumsgrenzen, d.h. beim zukünf- tigen Bedarf an Wohn-, Gewerbe- und Verkehrs-flächen, aber auch beim Erhalt bzw. Schutz von Natur-, Wald-, Freizeit- und Erholungsflächen ist behutsames und langfristiges Vorgehen angezeigt. Eine nachhaltige, schonende Nutzung unserer Umwelt fängt zunächst einmal bei jedem einzelnen und somit auch auf Gemeindeebene an. Wir haben aufgrund unserer dynamischen städtebaulichen Entwicklung einen hohen Bedarf an Fläche. Flächen, die oftmals für immer der freien Natur verloren gehen.
Ein richtiger Schritt war deshalb der zukunfts-weisende Beschluß des Gemeinderates, in den Landesentwicklungsplan aufzunehmen, dass Walldorf und Wiesloch ein kooperierendes Mittelzentrum entwickeln wollen. Der Antrag beider Kommunen beim Ministerium setzt ein Konzept der entsprechen-den Zusammenarbeit durch Verankerung in einem gemeinsamen Flächennutzungsplan voraus. Auch die Initiative eine Landesgartenschau gemeinsam mit Wiesloch auszurichten, wird von unserer Fraktion nach Kräften unterstützt. Zum Einen bietet dies die Chance einer landschaftsgerechten Verbindung mit Wiesloch durch eine Grünspange und zum Zweiten bieten sich viele ökologische Maßnahmen an, wie: Renaturierung der Walldorfer Wiesen, Biotopverbund, Wiederherstellung gestörter Räume, Schaffung von Puffer-und Ergänzungszonen für bestehende Schutzgebiete, oder gar beispielhaft demonstrierte ökologisch orientierte landwirtschaftliche Nutzung.
Ganz klar ist für unsere Fraktion aber, dass keine mit Lineal und Zirkel ausgerichtete reine Blumenschau entstehen darf. Eine Beteiligung der Bürger ist unerläßlich. Der lokale Agenda 21-Prozeß darf keine Worthülse werden.

Die Anlage des Waldlehrpfades im „Schonwald Reilinger Eck“ ist richtig und notwendig, denn nur wer ein Schutzgebiet und den Schutzzweck kennt, ist bereit aktiv an den Schutzkonzepten mitzuarbeiten. Eine Beteiligung von Gruppen, Schülern, Vereinen und interessierten Bürgern muß auch hier für die Zukunft gewährleistet sein.
Die Fertigstellung des Waldklassenzimmers im Hochholz im Frühjahr 2002 erwarten wir mit Freude und Zuversicht. Das altersgerechte Heranführen der Kinder und Jugendlichen an die Natur und den Wald ist praktischer Naturschutz für die Zukunft. Spielzeug zerbricht, Wald-und Naturerlebnisse sind unzerbrechlich! Kinder sind großartige Forscher und Fokussierer.
Bei der Pflege unseres wertvollen Schutzgebietes „Roter Bruch“ wurden durch massive Unterstützung unserer Fraktion die finanziellen Mittel zur Pflege hpts. des Trockenrasens deutlich erhöht.

Unsere natürlichen Lebensgrundlagen wie Wasser, Boden, Klima und Luft sind kostbar und oft gefährdet. Allein schon deshalb unterstützen wir die Zuschüsse für Umwelt-Schutzmaßnahmen im baulichen Bereich. Zuschüsse für die Umstellung von Heizungsanlagen, Errichtung von Solaranlagen, für Dachbegrünung sowie Entsiegelung von Flächen sind nicht nur beizubehalten, sondern bei Bedarf zu erhöhen. Den Antrag der Grünen auf Erhöhung der Fördermaßnahmen im Bereich der Wärmedämmung tragen wir mit.
Der gemeinsame Antrag von FDP und Bündnis 90/Die Grünen zur ausschließlichen Verwendung von zertifiziertem Holz bei Ausschreibungen und Auftragsvergaben der Stadt ist eine weitere logische Konsequenz bei der Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen.
Die hohen ökologischen Standarts im Baugebiet „Walldorf Ost“ müssen im zukünftigen Baugebiet „Walldorf Süd“ nicht nur beibehalten werden, sondern bedürfen einer Weiterentwicklung. In den Bereichen Ökologie, Energie und Verkehr sollte „Walldorf Süd“ bundesweit eine Vorreiterrolle einnehmen. Vor dem Hintergrund der globalen CO 2 –Problematik wird unsere Fraktion im Bereich Energie- und Versorgungskonzept die energetische Nutzung von heimischen Holz, in Form eines Hackschnitzelheizwerkes kompromißlos einfordern.
Im Vorgriff auf den heutigen Punkt 6 der Tagesordnung stellen wir den Antrag auf Erstellung eines Gutachtens bezüglich des Gesundheits-zustandes, sowie der sach- und fachgerechten Pflege aller wichtigen stadtprägenden Bäume im Stadtgebiet. Wir beantragen Mittel in Höhe von 20.000 EUR0 im Haushalt bereit zu stellen. Es darf nicht mehr vorkommen, dass stadtbildprägende Bäume nur deshalb gefällt werden müssen, weil man sich Jahre lang nicht um sie gekümmert hat. Nähere Erläuterungen gebe ich gerne unter TOP 6 ab.
Zum Thema Umweltschutz schließe ich mit der Aussage: “Wenn wir bewahren wollen was wir haben, müssen wir vieles ändern“ (Goethe)


Druckversion Druckversion 
Suche

Positionen